Die Geschichte des Bearded Collie

 

Geschichte des aus dem schottischen Hochland stammenden, rauhaarigen "bärtigen Collie" ist mit der des aus den tiefer gelegenen Gebieten Schottlands kommenden Collies eng verbunden. Als Highland , Hairy Mou’ed oder Mountain Collie wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts als wesentlich robuster, aber auch als eigensinniger als der Collie beschrieben.

 

Auch ihre Entstehung liegt wie bei fast allen Bauern- und Hütehunden im Ungewissen. Wie die Collies wurden auch die Bearded Collies nur auf ihre Nützlichkeit hin gezüchtet. Zuchtprogramme, wie man sie heutzutage erstellt und verfolgt, waren für die Schäfer nicht nötig. Sie brauchten gute Hunde zum Arbeiten und paarten ihren Vorstellungen entsprechend.



Die Aufgabe des Bearded Collie war es, die Schafe mit viel Gebell von den Bergen zu treiben. Dabei durften weder Lämmer verloren gehen, noch Muttertiere sich verletzen. Auch störrische Widder mussten mit sanfter Gewalt nach Hause gebracht werden. Der Hund musste stunden- und tagelang ohne jeglichen Kontakt zu seinem Meister in unwegsamen Gelände unterwegs sein.



Gesund, psychisch stabil, kräftig, zäh, wendig und ausdauernd musste er sein und das Haarkleid musste ihn vor Regen schützen und bei Kälte wärmen.



Im Gegensatz zum eleganten, allseits bekannten Collie kam der damals noch nicht ganz so attraktive Beardie, wie er heute liebevoll genannt wird, nicht in Mode. Grossgrundbesitzer fanden Gefallen daran, auf Ihrem Land Hirsche und Moorhühner zu jagen und damit wurde die Zahl der Schafzüchter, welche den Beardie als Hütehund noch hätten brauchen können, kleiner. Ja, der Bearded Collie geriet in Vergessenheit und nur sehr glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass einige wenige Exemplare die schweren Jahre der beiden Weltkriege wohlbehalten überstanden.



Aber auch dies hätte der Rasse wenig genützt, wäre da nicht eine Mrs. G.O. Willison gewesen.



Mrs. Willison hatte sich 1944 den damaligen Geflogenheiten entsprechend bei einem Vertreter für landwirtschaftlichen Bedarf einen Sheltie - Welpen bestellt. Aus der Kiste krabbelte jedoch kein Sheltie, sondern ein braunes Wolleknäuel, welches sofort die Herzen der ganzen Familie eroberte und den Namen "Jeannie" erhielt. Wenige Monate später traf Mrs. Willison einen alten Schäfer, der den Welpen als Bearded Collie erkannte und ihn gern gekauft hätte. Da der Welpe ohne Ahnentafel geliefert worden war, musste Mrs. Willison viel Geduld und Ausdauer aufwenden, um die Eltern von "Jeannie" ausfindig zu machen. Nachdem dies endlich gelungen war, liess sie die Hündin Jahre später unter dem Namen "Jeannie of Bothkennar" beim Kennel Club eintragen. Jeannie wurde die Stamm - Mutter der modernen Bearded Collie Zucht.



Ebenso ungewöhnlich wie glücklich kam Mrs. Willison in den Besitz eines 16 ½ Monate alten Rüden. Am Strand vom Brighton sah sie den Rüden und konnte ihn von der Besitzerin, die in die Stadt umgezogen war und einen neuen Platz für den Hund suchte, übernehmen. Dieser Rüde, "Bailie of Bothkennar", ist heute in allen Ahnentafeln vertreten.



Da die Zuchtbasis als enorm klein angesehen werden musste, suchten befreundete Liebhaber des Bearded Collie aber auch interessierte Züchter ständig und überall nach reinrassigen Beardies.



Bis 1972 gestattete der Kennel Club rassetypische Hunde ohne Ahnentafel, nach genauer Prüfung in die Zucht zu integrieren.



Vielen für den Bearded Collie glücklichen Umständen verdanken wir es, dass diese so herzerfrischende, lebenslustige, gesunde und schöne Rasse nicht in Vergessenheit geraten ist.



Höhepunkt für die englische Bearded Collie Zucht war, als 1989 die Hündin "CH. Potterdale Classic of Moonhill", Freunden besser bekannt unter dem Namen "Cassy", anlässlich der weltberühmten Crufts’s den Titel "Best in Show " gewinnen konnte. Für die Züchterin Mrs. Janet Lewis wie auch die Besitzerin Mrs. Brenda White war dies die höchste Ehrung innerhalb der kynologischen Welt.



An dieser weltberühmten, jährlich stattfindenden, grössten europäischen Hunde - Ausstellung, seit einigen Jahren findet sie nicht mehr in London, sondern in Birmingham statt, werden an vier aufeinanderfolgenden Tagen ca. 20’000 Hunde den Richtern vorgestellt. Der "Best in Show" Gewinner, eben der beste aller ausgestellten Hunde, wird weltweit in allen kynologischen Zeitschriften publiziert und bringt der jeweiligen Rasse sehr viel Popularität.