DER BEARDED COLLIE

Als Züchterin ist es mein Ziel, gesunde wesensstarke Bearded Collies zu züchten. Grundsätzlich sind Hunde gern beschäftigt,  Agility spielt daher eine grosse Rolle. Auch bei der Erziehungs- und Plausch-Hundegruppe bin ich und meine Vierbeiner anzutreffen. Zwischendurch an  Hundeausstellungen teil zu nehmen, gehört für mich ebenso dazu.

Der SKG-Stammbaum und der Zuchtname „Janik’s Blue“ ist bei der FCI (Féderation Cynologique International) geschützt. Das Goldene Gütezeichen wurde mir  seit Juli 2012 erteilt. 

Viel Spass beim Stöbern. 

Schwarz, Blau, Braun oder Fawn, wie die meisten Hütehunde ist auch der Bearded Collie ein ausgezeichneter Familienhund. Kindern ist er ein liebevoller Begleiter und nimmermüder Spielkamerad. Seinem enormen Bewegungsbedürfnis zuliebe, soll er täglich mindestens zwei Stunden die Gelegenheit erhalten, sich zu bewegen, zu springen, zu toben, zu laufen oder zu spazieren. Bei Langeweile oder zuwenig Auslauf, wird er gern den Garten umgraben. Zu buddeln lieben sie. Ansonsten eignet sich für die Hunde auch die Wohnung, um viele kleine oder grössere Dummheiten anzustellen. Sein ausgesprochen quirliges Temperament kann für weniger aktive Menschen mühsam sein. Für die tägliche Bewegung, kann ich mir keinen besseren Kollegen vorstellen. Die meisten Beardies werden sehr alt. 12 bis 14 jährige Hunde, denen man das Alter weder ansieht noch anmerkt, sind keine Seltenheit.

Als immer freundlicher Hund geht er Streitereien mit Artgenossen wenn möglich aus dem Weg. Im Gegensatz dazu ist er jederzeit bereit, seine Familie und das dazugehörende Eigentum wachsam gegen Gefahr zu verteidigen.

Erziehen lässt sich der Beardie gut und gern. Sogar das Bellen kann unter Kontrolle gebracht werden, wenn es dabei liebevoll konsequent und nicht hart zu und her geht, denn Härte verträgt er nicht.

Für Agility ist er auf Grund seiner guten Auffassungsgabe, Spielfreudigkeit und Schnelligkeit bestens geeignet. Prüfungen zum Schutzhund, wie sie z.B. für den deutschen Schäferhund abgehalten werden, sollte man nicht anstreben. Das Wesen des Beardie ist hierfür nicht geeignet.

Die Pflege des langen Fells ist zeitaufwendig, aber mit regelmässigem Kämmen einfach in den Griff zu kriegen. Für weitere Infos, melden Sie sich bei mir, ich gebe Ihnen gern die passenden Unterlagen rund um die Fellpflege.

Liebhaber langhaariger Rassen, welche einen mittelgrossen, nicht zu schweren, äusserst aktiven und langlebigen, gelehrigen Hund suchen, werden das Temperament und den Charme des Beardie geniessen und mit ihm glücklich werden.

DER STANDARDF C I – Standard Bearded Collie

No.:                271, 01.12.1989
Ursprung :       Grossbritannien / 24.6.1987
Übersetzung:   Frau Dr. Elke Jarnut

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Schlanker, drahtiger, aktiver Hund, länger als hoch im Verhältnis von ungefähr 5 : 4, gemessen vom vordersten Punkt des Brustbeins bis zu den Sitzbeinhöckern. Hündinnen dürfen geringfügig länger sein. Trotz kräftigen Körperbaus sollte der Hund einen guten Bodenabstand zeigen und nicht zu schwer wirken. Der aufgeweckte, forschende Ausdruck ist ein kennzeichnendes Merkmal dieser Rasse. CHARAKTERISTIKA: Aufmerksam, lebhaft, selbstsicher und aktiv. WESEN: Zuverlässig, intelligenter Arbeitshund, ohne Anzeichen von Nervosität oder Aggressivität. KOPF UND SCHÄDEL: Kopf in richtigem Verhältnis zur Körpergrösse. Schädel breit, flach und quadratisch. Der Abstand zwischen Stop und Hinterhauptbein ist gleich der Breite zwischen den Ohröffnungen. Der Fang ist kräftig und entspricht in der Länge dem Abstand zwischen Stop und Hinterhauptbein. Der Gesamteindruck ist der eines Hundes mit kräftigem Fang und einem Schädel der viel Raum für das Gehirn bietet. Mässiger Stop. Nasenschwamm gross und quadratisch, meist schwarz, bei blauen und braunen Hunden jedoch normalerweise der Hautfarbe entsprechend. Nasenschwamm und Lefzen einfarbig ohne Tupfen oder Flecken. Die Pigmentierung der Lefzen und der Lidränder ist der Farbe des Nasenschwamms angepasst. AUGEN: Im Farbton auf die Farbe des Haarkleides abgestimmt, weit auseinander liegend und gross, sanft und liebevoll, nicht hervortretend. Augenbrauen nach oben und nach vorn gewölbt, jedoch nicht so lang, dass die Augen verdeckt werden. OHREN: Von mittlerer Grösse und hängend. Bei Aufmerksamkeit heben sie sich im Ansatz bis zur Höhe des Schädels, aber nicht darüber hinaus und lassen den Schädel breiter erscheinen. FANG / GEBISS: Zähne gross und weiss. Kräftiger Kiefer, möglichst mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss erlaubt, aber nicht erwünscht. HALS: Mässig lang, muskulös und leicht gebogen. VORHAND: Schultern gut schräg nach hinten liegend. Läufe gerade und senkrecht, mit kräftigen Knochen, rundherum mit zottigem Haar bedeckt. Vordermittelfuss biegsam, jedoch ohne Schwäche. KÖRPER: Die Rückenlänge ergibt sich aus der Länge des Brustkorbs nicht aus der Länge der Lendenpartie. Rücken gerade, Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig. Lendenpartie kräftig, Brustkorb tief, mit viel Platz für Herz und Lunge. HINTERHAND: Gut bemuskelt mit kräftigen Unterschenkeln, gut gewinkelten Kniegelenken und tiefstehenden Sprunggelenken. Der Hintermittelfuss steht im rechten Winkel zum Boden und befindet sich im normalen Stand gleich hinter einer von den Sitzbeinhöckern gedachten senkrechten Linie. PFOTEN: Oval geformt mit gut gepolsterten Ballen. Zehen gewölbt und gut geschlossen. gut mit Haar bedeckt, auch zwischen den Ballen. RUTE: Tief angesetzt ohne Knick oder Drehung und so lang, dass der letzte Rutenwirbel mindestens bis zu den Sprunggelenken reicht. Im Stand oder im Gehen niedrig mit einem Aufwärtsschwung an der Spitze, bei schnellerer Gangart auch ausgestreckt getragen. Niemals über dem Rücken getragen. Üppig mit Haar bedeckt. GANGART / BEWEGUNG: Geschmeidig, gleichmässig, fliessend und weit ausgreifend, bei einem Minimum an Anstrengung raumgreifend. HAARKLEID: Doppelt, mit weicher, pelziger und dichter Unterwolle. Deckhaar glatt, hart kräftig und zottig, weder wollig noch lockig, obgleich eine leichte Wellung erlaubt ist. Länge und Dichte des Haarkleides ausreichend, um Schutz zu bieten und die Form des Hundes zur Geltung zu bringen, jedoch nicht soviel, dass die natürlichen Linien des Körpers verwischt werden. Dass Haarkleid darf in keiner Weise getrimmt werden. Nasenrücken spärlich mit Haar bedeckt, wobei dieses an den Seiten etwas länger ist, gerade ausreichend um die Lefzen zu bedecken. An den Wangen, den unteren Lefzen und unter dem Kinn nimmt das Fell zur Brust hin an Länge zu und bildet den typischen Bart. FARBE: Schiefergrau, rötlich rehfarben, schwarz, blau, alle Schattierungen von Grau, Braun und Sandfarben, mit oder ohne weisse Abzeichen. Wenn Weiss vorkommt, tritt es am Fang, als Blesse auf dem Schädel, an der Rutenspitze, auf der Brust, an den Läufen und an den Pfoten auf. Sofern es als Halskrause vorkommt, darf der Ansatz der weissen Haare nicht über die Schulter hinausreichen. Weiss sollte oberhalb der Sprunggelenke nicht an den Aussenseiten der Hinterläufe auftreten. Leichte lohfarbene Abzeichen sind an den Augenbrauen, auf der Innenseit der Ohren, auf den Wangen, unter der Schwanzwurzel und an den Läufen an den Übergangsstellen zwischen Weiss und der Grundfarbe erlaubt. GRÖSSE / GEWICHT: Ideale Schulterhöhe Rüden: 53 bis 56 cm – Ideale Schulterhöhe Hündinnen : 51 bis 53 cm. Gesamtqualität und Proportionen sollten vorrangig gewürdigt werden, übertriebene Abweichungen von der Idealgrösse sollten jedoch nicht gefördert werden. FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. ANMERKUNG:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

Die Geschichte des Bearded Collie

Geschichte des aus dem schottischen Hochland stammenden, rauhaarigen „bärtigen Collie“ ist mit der des aus den tiefer gelegenen Gebieten Schottlands kommenden Collies eng verbunden. Als Highland , Hairy Mou’ed oder Mountain Collie wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts als wesentlich robuster, aber auch als eigensinniger als der Collie beschrieben.

Auch ihre Entstehung liegt wie bei fast allen Bauern- und Hütehunden im Ungewissen. Wie die Collies wurden auch die Bearded Collies nur auf ihre Nützlichkeit hin gezüchtet. Zuchtprogramme, wie man sie heutzutage erstellt und verfolgt, waren für die Schäfer nicht nötig. Sie brauchten gute Hunde zum Arbeiten und paarten ihren Vorstellungen entsprechend.

Die Aufgabe des Bearded Collie war es, die Schafe mit viel Gebell von den Bergen zu treiben. Dabei durften weder Lämmer verloren gehen, noch Muttertiere sich verletzen. Auch störrische Widder mussten mit sanfter Gewalt nach Hause gebracht werden. Der Hund musste stunden- und tagelang ohne jeglichen Kontakt zu seinem Meister in unwegsamen Gelände unterwegs sein.

Gesund, psychisch stabil, kräftig, zäh, wendig und ausdauernd musste er sein und das Haarkleid musste ihn vor Regen schützen und bei Kälte wärmen.

Im Gegensatz zum eleganten, allseits bekannten Collie kam der damals noch nicht ganz so attraktive Beardie, wie er heute liebevoll genannt wird, nicht in Mode. Grossgrundbesitzer fanden Gefallen daran, auf Ihrem Land Hirsche und Moorhühner zu jagen und damit wurde die Zahl der Schafzüchter, welche den Beardie als Hütehund noch hätten brauchen können, kleiner. Ja, der Bearded Collie geriet in Vergessenheit und nur sehr glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass einige wenige Exemplare die schweren Jahre der beiden Weltkriege wohlbehalten überstanden.

Aber auch dies hätte der Rasse wenig genützt, wäre da nicht eine Mrs. G.O. Willison gewesen.

Mrs. Willison hatte sich 1944 den damaligen Geflogenheiten entsprechend bei einem Vertreter für landwirtschaftlichen Bedarf einen Sheltie – Welpen bestellt. Aus der Kiste krabbelte jedoch kein Sheltie, sondern ein braunes Wolleknäuel, welches sofort die Herzen der ganzen Familie eroberte und den Namen „Jeannie“ erhielt. Wenige Monate später traf Mrs. Willison einen alten Schäfer, der den Welpen als Bearded Collie erkannte und ihn gern gekauft hätte. Da der Welpe ohne Ahnentafel geliefert worden war, musste Mrs. Willison viel Geduld und Ausdauer aufwenden, um die Eltern von „Jeannie“ ausfindig zu machen. Nachdem dies endlich gelungen war, liess sie die Hündin Jahre später unter dem Namen „Jeannie of Bothkennar“ beim Kennel Club eintragen. Jeannie wurde die Stamm – Mutter der modernen Bearded Collie Zucht.

Ebenso ungewöhnlich wie glücklich kam Mrs. Willison in den Besitz eines 16 ½ Monate alten Rüden. Am Strand vom Brighton sah sie den Rüden und konnte ihn von der Besitzerin, die in die Stadt umgezogen war und einen neuen Platz für den Hund suchte, übernehmen. Dieser Rüde, „Bailie of Bothkennar“, ist heute in allen Ahnentafeln vertreten.


Da die Zuchtbasis als enorm klein angesehen werden musste, suchten befreundete Liebhaber des Bearded Collie aber auch interessierte Züchter ständig und überall nach reinrassigen Beardies.

Bis 1972 gestattete der Kennel Club rassetypische Hunde ohne Ahnentafel, nach genauer Prüfung in die Zucht zu integrieren.

Vielen für den Bearded Collie glücklichen Umständen verdanken wir es, dass diese so herzerfrischende, lebenslustige, gesunde und schöne Rasse nicht in Vergessenheit geraten ist.

Höhepunkt für die englische Bearded Collie Zucht war, als 1989 die Hündin „CH. Potterdale Classic of Moonhill“, Freunden besser bekannt unter dem Namen „Cassy“, anlässlich der weltberühmten Crufts’s den Titel „Best in Show “ gewinnen konnte. Für die Züchterin Mrs. Janet Lewis wie auch die Besitzerin Mrs. Brenda White war dies die höchste Ehrung innerhalb der kynologischen Welt.

An dieser weltberühmten, jährlich stattfindenden, grössten europäischen Hunde – Ausstellung, seit einigen Jahren findet sie nicht mehr in London, sondern in Birmingham statt, werden an vier aufeinanderfolgenden Tagen ca. 20’000 Hunde den Richtern vorgestellt. Der „Best in Show“ Gewinner, eben der beste aller ausgestellten Hunde, wird weltweit in allen kynologischen Zeitschriften publiziert und bringt der jeweiligen Rasse sehr viel Popularität.